Beim Bäcker mit der Uhr, im Online-Shop mit Face ID, der Freundin das Geld fürs Konzertticket per Handynummer: Mobiles Bezahlen ist für viele Alltag. Welche Verfahren dahinterstecken und welche Karte welches Wallet unterstützt, hängt von Bank und Kartentyp ab. Dieser Ratgeber sortiert die Begriffe – mit Stand Oktober 2026.
Apple Pay und Google Pay: Karte im Wallet
Apple Pay und Google Pay (Google Wallet) sind keine eigenen Bezahlverfahren, sondern Hüllen für deine Karte. Beim Hinzufügen erzeugt das Kartennetz einen gerätespezifischen Token; Apple schreibt dazu, dass weder Apple noch das Gerät jemals die tatsächliche Kartennummer an den Händler senden. Die Zahlung läuft dann über dasselbe Netz wie mit der Plastikkarte – Visa, Mastercard oder girocard – und wird sofort vom Girokonto abgebucht.
Welche Karten funktionieren:
| Karte | Apple Pay | Google Pay |
|---|---|---|
| Visa Debit / Mastercard Debit | bei fast allen Banken | bei fast allen Banken |
| girocard mit Co-Badge (Debit Mastercard, Visa Debit) | je nach Bank über das Co-Badge oder als girocard | je nach Bank über das Co-Badge |
| reine girocard | bei teilnehmenden Banken (z. B. Sparkassen, Commerzbank) | nicht verfügbar – Android über Banking-App |
Ob dein Anbieter Apple Pay und Google Pay unterstützt, zeigen wir in jedem Profil je Tarif – mit Quelle oder als „nicht belegt“. Die Details zur girocard stehen in der FAQ girocard in Apple Pay und Google Pay.
Die digitale girocard
Die girocard-Initiative beschreibt die digitale girocard als Karte auf Smartphone oder Smartwatch, die bei teilnehmenden Banken und Sparkassen in Apple Pay verfügbar ist; für Android stellen die Institute eigene Apps bereit, die Integration in Google Pay ist angekündigt, aber nicht umgesetzt. Wichtig: Eine digitalisierte Sparkassen-Card zahlt im girocard-System – der Händler muss also kontaktlose girocard-Zahlungen annehmen. Im deutschen Handel ist das fast überall der Fall, im Ausland nicht.
Hier hilft das Co-Badge: Seit Mastercard am 1. Juli 2023 die Ausgabe neuer Maestro-Karten eingestellt hat, geben die Institute girocards mit Debit Mastercard oder Visa Debit aus. Mit diesem zweiten Verfahren funktioniert die Karte weltweit, online und in beiden Wallets. Die letzten Maestro-girocards laufen laut girocard.eu spätestens Ende 2027 ab.
Wero: Geld von Konto zu Konto
Wero ist das Bezahlverfahren der European Payments Initiative, eines Zusammenschlusses europäischer Banken. Es braucht keine Karte: Eine Echtzeitüberweisung bringt das Geld in zehn Sekunden vom Girokonto des Zahlers auf das des Empfängers; statt der IBAN genügt Handynummer, E-Mail-Adresse oder QR-Code.
- Seit 2. Juli 2024: Zahlungen zwischen Privatpersonen, zunächst für Sparkassen und Volksbanken, dann Deutsche Bank und Postbank; 2026 kamen unter anderem norisbank, N26 und bunq dazu.
- Seit 17. November 2025: Wero als Zahlart im Online-Handel, schrittweise für weitere Banken.
- Ab 2027: laut EPI die breite Einführung an der Ladenkasse in Deutschland und Frankreich.
Kosten und Limits legt jede Bank selbst fest und veröffentlicht sie im Preis- und Leistungsverzeichnis. Wero ist damit kein Konkurrent der Karte im Wallet, sondern ein zweiter Weg: Karte für den Handel, Wero für Personen und Shops, die es anbieten.
Virtuelle Karten und Einmalkarten
Viele Neobanken geben zusätzlich virtuelle Karten aus – eigenständige Debitkarten mit eigener Nummer, die nur in der App existieren und sofort in Apple Pay oder Google Pay geladen werden können. Sinnvoll sind sie zur Trennung nach Zweck (Abos, Shopping, Reisen) und als Einmalkarte für unbekannte Shops. Wie viele virtuelle Karten ein Tarif enthält, steht in den Extras der Profile.
Sicherheit in der Praxis
- Wallet nur auf einem Gerät mit Bildschirmsperre nutzen; die Zahlung wird per Face ID, Fingerabdruck oder Gerätecode freigegeben.
- Bei Verlust das Gerät sperren – der Token wird damit ungültig, die Karte selbst bleibt nutzbar.
- Bei Wero gilt wie bei jeder Echtzeitüberweisung: Ausgeführte Zahlungen lassen sich nicht zurückholen. Die Empfängerprüfung greift hier nicht, weil nicht per IBAN gezahlt wird – prüfe Handynummer und Namen vor der Freigabe.
- Keine Bank fordert per Nachricht oder Anruf zur Herausgabe von PIN, TAN oder Wallet-Codes auf; die Bundesbank hat dazu im Oktober 2026 eine Aufklärungskampagne gestartet (siehe Aktuell).